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Bau eines Energiesparhauses in Halbhusten Drucken E-Mail
Freitag, 03. Februar 2006 um 21:20


Bau eines Energiesparhauses in Halbhusten
 
Umweltschutz und Maßnahmen zur Energieeinsparung sind seit vielen Jahren ein Thema der CDU. Dies gilt auch für den stellvertretenden Vorsitzenden des Stadtverbandes Drolshagen Ulrich Berghof. „Weil es schon immer mein Traum war, ein Haus zu bauen, das möglichst wenig Energie verbraucht.“ antwortet er, wenn er gefragt wird, warum er ein Passivhaus baut. Gemeinsam mit seinem Planer Dipl.-Ing. Norbert Hoffmann, der ebenfalls in Halbhusten wohnt, setzt er seinen Wunsch zurzeit in die Realität um. Der Rohbau des Gebäudes ist vor kurzem fertig gestellt worden. 
 


 
 
Was ist ein Passivhaus?
 
Norbert Hoffmann meint, das Grundprinzip des Passivhauses werde oft nicht richtig verstanden. Dies komme in der häufig geäußerten Befürchtung „Dann darfst du ja keine Fenster mehr öffnen!“ zum Ausdruck.
Nach der Definition des Passivhaus-Instituts in Darmstadt (www.passiv.de) ist ein Passivhaus ein Gebäude, in dem eine behagliche Temperatur sowohl im Winter als auch im Sommer ohne separates Heiz- bzw. Klimatisierungssystem zu erreichen ist. Im Vergleich zum Niedrigenergiehaus, das den derzeitigen Standard des Bauens darstellt, benötigt ein Passivhaus 80% weniger Heizenergie. Umgerechnet in Heizöl kommt ein Passivhaus im Jahr mit weniger als 1,5 l pro Quadratmeter aus. Diese Einsparung erreicht es durch seine beiden Grundprinzipien: Wärmeverluste vermeiden und freie Wärmegewinne optimieren. Es gibt nicht wenige Experten, die davon ausgehen, dass diese Art zu bauen, schon recht bald der neue Standard sein könnte.
 
 
Die Wärme bleibt drin!
 
Eine sehr gut gedämmte Gebäudehülle (Dämmstärken zwischen 25 und 40 cm) und Fenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung bewirken, dass die Wärme nicht aus dem Haus entweichen kann. Eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung sorgt kontinuierlich für Frischluft. Mehr als 80% der Wärme der Abluft werden im Wärmetauscher an die Zuluft zurückgeben. So wird z. B. bei 0° C Außentemperatur die kalte Frischluft allein durch die 20° C warme Abluft auf mindestens 16° C erwärmt. Die Fenster des Hauses dürfen – entgegen anders lautender Befürchtungen – weiterhin geöffnet werden. Aufgrund der Lüftungsanlage besteht jedoch keine Notwendigkeit mehr, über sie einen Luftaustausch durchzuführen. Insbesondere Allergiker und Asthmatiker schätzen die pollenfreie und staubarme Luft im Passivhaus.
 
 
Zusätzlich kostenfreie Wärme einfangen
 
Passive Wärmegewinne erzielt das Passivhaus durch seine großen Fenster und – so erstaunlich das auch klingen mag – durch die Wärmeabgabe von Personen und Haushaltsgeräten. Für die Brauchwassererwärmung wird eine große Solaranlage auf dem nach Süden ausgerichteten Teil des Daches errichtet. Im Sommer verhindert eine Verschattung, z. B. Balkon oder Jalousien, die Überhitzung der Räume. In den kalten Wintermonaten wird im Passivhaus der Familie Berghof bei Bedarf über einen sog. „Hydro-Ofen“ zu 1/3 die Raumluft und zu 2/3 in einen Pufferspeicher für die Fußbodenheizung geheizt. Die Familie mit zwei Kindern hat hier mit Gedanken an Sauerländer Winter entgegen der Auffassung des Passivhausinstituts gehandelt und nicht auf ein separates Heizsystem verzichtet. Da Holz als Brennstoff verwendet wird, ist der Verbrauch der benötigten Energie jedoch CO2-neutral und somit mit dem Grundgedanken eines umweltschonenden Lebens gut vereinbar.
 
Die Berghofs hoffen, den Ofen nicht allzu häufig betreiben zu müssen. Die langjährigen Messungen im ersten Passivhaus Deutschlands in Darmstadt-Kranichstein belegen, dass sie vermutlich Recht behalten werden: Selbst im Winter 1996/97 mit Tagesmitteltemperaturen von bis zu -14 °C war die benötigte Heizleistung in den vier Wohnungen so gering, dass man einen Raum mit 20 m² Wohnfläche mit zwei Standard-75 Watt-Glühbirnen hätte heizen können. Dabei lagen die Raumlufttemperaturen ständig über 20 °C.
 
Energiesparen ist teuer, oder?
„Zunächst sicherlich“ sagt Ulrich Berghof. Sollten jedoch die Preise für konventionelle Energieträger weiterhin deutlich ansteigen, könnten sich die Mehrkosten des Energiesparhauses für die verbesserten Fenster, für Lüftung und Dämmung schneller als erwartet amortisieren. Unterstützt wird die Entscheidung für ein Passivhaus durch die Möglichkeit zinsvergünstigte Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (www.kfw.de) in Anspruch zu nehmen.
Nicht am Komfort gespart!
Auch wenn das Passivhaus Energie und Heizkosten spart: Es spart nicht am Komfort! Passivhaus-Bewohner schätzen den hohen Wohnkomfort ihrer Häuser. Durch die gute Dämmung sind alle Raumumgebungsflächen gleichmäßig warm. Das schafft eine hohe Behaglichkeit. Schlechte Luft im Schlafzimmer während der Nacht, weil die Fenster wegen Frost oder Lärm nicht gekippt bleiben können, gibt es dank der Komfortlüftung nicht.
 
Vielleicht das erste Passivhaus im Raum Drolshagen

Passivhäuser sind nicht auf eine spezielle Bauweise festgelegt. Es gibt sie in  Massiv-, Holz- oder Mischbauweise. Auch Fertighäuser werden inzwischen in der Energiesparbauweise angeboten. Und der Passivhaus-Standard setzt sich nicht nur bei Wohnhäusern durch: Es gibt bereits Schulen, Kindergärten, Verwaltungsgebäude, Betriebe und ein Hotel in dieser Bauweise.

Für Informationen zu dem vielleicht ersten Passivhaus im Drolshagener Raum erreichen Sie den Bauherrn Ulrich Berghof unter Tel. 0 27 61 / 97 96 31 und den Planer des Gebäudes Dipl.-Ing. Norbert Hoffmann unter Tel. 0 27 61 / 82 53 40.
 
 
Weitere Informationen im Internet finden Sie z. B. unter
 
www.passiv.de          Homepage des Passivhausinstituts
www.degwer.de        Ein Passivhausbegeisterter aus Schwerte, der auch Fam. Berghof mit Rat und Tat zur Seite steht
 



Jürgen Rüttgers direkt


 
 

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